GELLERTBIBLIOTHEK

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Die hinterlassene Bibliothek von Christian Fürchtegott Gellert ist 1770 verzeichnet und verauktioniert worden. Den Grundstock der Bibliothek im Museum bildet daher eine Sammlung, die Hainichen 1926 von dem Leipziger Reinhard Bruno Schmidt erworben hat. Seit der Einrichtung des Literaturmuseums 1985 kamen zielgerichtete Ankäufe hinzu.
Der historische Bestand umfasst mit etwa 600 Titeln, davon mehr als 300 aus dem 18. Jahrhundert, etwa ein Drittel des Gesamtbestandes. Unter den zahlreichen fremdsprachigen Ausgaben, die nahezu ausnahmslos aus der Schmidtschen Sammlung stammen, dominieren niederländische, französische und dänische Titel aus dem 18. Jahrhundert. Zu den bedeutendsten Erstausgaben von Gellert gehören der Roman »Leben der Schwedischen Gräfin von G***« (Leipzig 1747/48) und die zum Antritt seiner Professur vorgelegte Abhandlung »Pro Comoedia commovente« (Leipzig 1751). Auch von den Musikalien, den Vertonungen der »Geistlichen Oden und Lieder« sowie einigen Fabeln, liegen die meisten als Erstdrucke vor. Darüber hinaus verfügt das Museum über nur selten überlieferte Schriften, wie »Düval und Charmille« (1778), ein Trauerspiel der langjährigen Briefpartnerin Gellerts, Christiane Caroline Schlegel, geb. Lucius (1739–1833). Mit Förderung der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen konnte 2007 die erste illustrierte, deutsche Übersetzung von »The History of Sir Charles Grandison« (1753-1754) erworben werden. Deren Autor Samuel Richardson hat Gellert über die Maßen verehrt. Die anhaltende Auseinandersetzung mit Gellert und seiner Wirkungsgeschichte verdeutlicht der stetig wachsende Bestand an Sekundärliteratur.

Auch die mit Eröffnung des Hauses neu aufgebaute Sammlung »Kunst zur Fabel« spiegelt sich in der Bibliothek wider. Dabei steht das illustrierte Fabelbuch im Mittelpunkt. Neben Ausgaben zum »Reineke Fuchs« mit Originalen von Wilhelm von Kaulbach (1846), Originalholzschnitten von Walther Klemm (1916) oder die eigenwillige Version von Ottmar Zielke (1998), sind zum Beispiel Fabeln von Magnus Gottfried Lichtwer mit beigegebenen Originalradierungen von Frank-Arno Grüttner (1971) oder Äsops Fabeln mit Holzschnitten von Gerhard Marcks (1980) vertreten.

* Die Nutzung der Bibliothek ist auf Anmeldung möglich. Dafür steht ein Besucherraum zur Verfügung.

Literatur Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Sachsen A-K. Herausgegeben von Friedhilde Krause. Bearbeitet von Waltraut Guth und Dietmar Debes, Hildesheim, Zürich, New York 1997. • • • Digitalisiert von Günter Kükenshöner.

BIBLIOTHEKSRECHERCHE

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Hainichen kann der Bestand der Gellertbibliothek in einer Datenbank recherchiert werden. Die Sammlung ist im Museum auf Anmeldung und auch außerhalb der Öffnungszeiten nutzbar. Ausleihen sind nur in wenigen Ausnahmefällen möglich.

Benutzerhinweise
Bei der Erfassung waren wir bemüht, möglichst viele wichtige Nebeneinträge und Verweise aufzunehmen. Wir empfehlen Ihnen die Volltextsuche. In der erweiterten Suchmaske nutzen Sie bitte die Stichworte. Schlagwörter sind nicht vergeben worden. Wenn Sie in der Trefferliste einen Titel anklicken, öffnet sich eine Detailanzeige.

Unter Autor erscheinen auch die Namen der erfassten Herausgeber und Illustratoren. Die Katalogkarte zeigt Ihnen genauere Informationen. In den Ausgaben sind oft Anhänge von Gedichten, anderen Werken oder in Sammelausgaben Fabeltexte von Gellert enthalten, die als Titel gesondert erfasst wurden. Wieviele das sind, gibt die Zahl unter Enthalten an. Um alle Enthaltungen eines Buches aufgelistet zu sehen, geben Sie den Autor und Titel des Bandes in die Volltextsuche ein. Wenn Sie den Titel einer Enthaltung in die Volltextsuche eingeben, zeigt Ihnen die Trefferliste, ob es noch andere Bücher gibt, in denen dieser Text zu finden ist. Es kann immer nur eine Katalogkarte geöffnet werden. Bitte bedenken Sie, dass die Datenbank bisher etwa 85 % des Bestandes anzeigt. Für Rückfragen oder Hinweise wenden Sie sich bitte an uns. Danke.

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